Drucksachen und Werbeerzeugnisse

Die Arbeitsprozesse sind in den letzten Jahrzehnten weitaus einfacher geworden. Heute ist man auch als Nicht-Fachmann bzw. -frau in der Lage, Druckdateien zu erzeugen, diese zu einer Druckerei hochzuladen, und tausendfach zu Papier bringen zu lassen.

Ist das wirklich so? Die Antwort ist ein klares »Jein«. In Fragen der Technik, Typografie, Farbe und Gestaltung lauern viele Stolperfallen, und es ist ärgerlich, wenn aufgrund eines kleinen Fehlers noch einmal gedruckt werden muss.

Verlassen Sie sich bei der Vorbereitung von Drucksachen auf unsere solide Erfahrung.

Technischer Wandel

1993 war »Desktop Publishing« (DTP) ein ultramoderner Begriff. Im Unterschied zum Fotosatz, wo man mit Schriftscheiben, Chemie und Filmen hantierte, konnte man seine Druckerzeugnisse nun einer kleinen Kiste mit angebissenem Apfel-Symbol (dem »Mac«) gestalten, mit »Quark« und einer »Maus«. Technik mit witzigen Namen, die sogar funktionierte. Es bahnte sich etwas an...

Damals brachten wir Druckdateien mit Diskettenstapeln oder sündhaft teuren Syquest-Festplatten zur »Belichtungsanstalt«. Wehe, es fehlte eine Schriftart oder eine der Disketten war defekt, dann konnte man nochmal los fahren... Ein Freund berichtete, man könne Dateien auch mit dem Telefon versenden, mit einem »Modulator-Demodulator«... wenn es überhaupt klappte, dauerte die Modem-Übertragung garantiert länger als die Fahrt zur Belichterfirma. Heute stellt sich das Speicherproblem nicht mehr: pdf-Datei herstellen, diese auf der Website der Druckerei hochladen – fertig, und zwar in ein paar Minuten!

Während der Digitaldruck vor wenigen Jahren noch Farbe recht ungenau zu Papier brachte, ist er heute in der Lage, fast jeden gewünschten Farbton in einer Genauigkeit von ΔE < 1 herzustellen. Das ist fast die Genauigkeit des Lackdrucks, mit dem offizielle Farbmuster üblicherweise hergestellt werden! Eine neue farbliche Freiheit wird hierdurch möglich, und sie hätte ungeahnt viele Vorteile – siehe unten.

Gestalterische Grundfragen

Wie schafft man es, als Nicht-Künstler mit normalem Geschmacksempfinden ansprechende Gestaltung anzufertigen? Ganz einfach: Grundregeln beachten. Nicht jedes Erzeugnis muss hohen künstlerischen Ansprüchen genügen, es muss aber ordentlich aussehen.

Räumen Sie Ihr Layout gut auf, suchen Sie Linien, an denen Sie die Elemente einheitlich ausrichten. Bringen Sie die Bilder auf einheitliche Größen. Halten Sie eine gewählte sinnvolle Aufteilung immer wieder ein. Verwenden Sie höchstens 2-3 verschiedene Schriftarten, die Sie mit Bedacht und Sachverstand wählen. Ähnliches gilt für die verwendeten Farben: wandeln Sie die Basisfarbe des Coporate Designs ab in Richtung Helligkeit, kontrastieren Sie sie mit einer Komplementärfarbe. Schaffen Sie den nötigen Platz, der Elemente zur Geltung bringt – Papierweiß ist ein gutes Stilmittel.

Mit anderen Worten: weniger ist mehr! Lieber ein passender Effekt als zehn verschiedene, die sich gegenseitig beißen.

Typografie

Während im Buchdruck für eine einzige Schriftart ein halbes Vermögen ausgegeben werden musste, relativierte sich dieses Problem beim Fotosatz. Eine Linotype-Schriftscheibe mit einer Schriftart (alle Größen) kostete Mitte der 80er Jahre um die 500 DM. Ein paar Jahre später kamen Steve Jobs, der Mac, Postscript und freie Auswahl von Schriften. 12 Fonts wurden mitgeliefert (darunter auch die berüchtigte »Zapf Chancery«), andere kaufte man z.B. bei FontShop für 100-200 DM als Datei. Nur kurze Zeit später wurden dem Corel-Paket ca. 1000 Klone bewährter Schriften kostenlos beigefügt. Heute gilt: Zehntausende kostenlose Schriften, Freiheit für die Schrift!

Wer blickt noch durch? Die Verfügbarkeit tausender Schriftarten stellt den Anwender vor neue Probleme. Welche Schrift passt in meinem Fall wirklich? Wie kontrastiere ich sie sinnvoll in Überschriften und Fließtexten? Es nützt nur wenig, wenn man tausende Möglichkeiten vor sich hat, jede mit ihren Stärken für bestimmte Anwendungsbereiche, man sich darin aber nicht zurechtfindet.

Die Schriftgeschichte ist ein höchst interessantes Themengebiet, bei einer Schriftart schwingen stets Entstehungsgeschichte und das historisches Umfeld mit hinein. Wir wählen Schriften mit Bedacht und Know-How, so dass sie zum Kunden und zum Thema passen.

Druckfarbe: CMYK, Pantone, HKS,... – und »freieFarbe«

Nehmen wir einmal an, Sie haben sich für einen bestimmten Farbton entschieden, der Ihre Firma repräsentiert. Es ist keinesfalls trivial, diesen in allen Bereichen des Corporate Designs korrekt umzusetzen.

Für Webseiten benötigen Sie korrekte RGB-Werte und für die Druckumsetzung die CMYK-Werte. Hierbei sind die korrekten ICC-Profile und Einstellungen des Colormanagements anzuwenden, allein dies ist keine einfache Aufgabe. Viele Bildschirmfarbtöne können aber im üblichen Offsetdruck überhaupt nicht umgesetzt werden. Ausweg bieten hier die Schmuckfarbsysteme Pantone und HKS.

Folien werden meistens in ORAFOL, FASCAL oder 3M angegeben, Textilien in Pantone oder diversen Herstellersystemen, Kunststoff in RAL PLASTIC oder Pantone... Welche Lack- oder Wandfarben ist die richtige? Jeder Baumarkt kündet davon, dass jeder Hersteller sein eigenes Süppchen der Farbe kocht.

Zum Thema Farbe haben wir Anwendersoftware hergestellt und bieten auch ganz neue Lösungen. Hierzu lesen Sie bitte die Seite Thema Farbe.

Der legendäre Apple-Macintosh Werbespot von 1984

Der »Mac« leitete die digitale Revolution in der Druckvorstufe ein. Der erste Spot war ein Fanal gegen die damals vorherrschende IBM-kompatible Computerwelt, die, wie die Vätergeneration, als kalt und unbarmherzig galt. Dem Zeitgeist ins Herz getroffen – seither bevorzugen Designer den Mac. Auch aus heutiger Sicht einfach nur mega!



Besuch in der Druckerei Vieregge

Lernen Sie Hans-Joachim kennen! Besuch in einem typischen Druckereibetrieb der 80er/90er Jahre – mit Fotosatz, Film- und Plattenbelichtung, Heidelberg GTO und Heidelberger Tiegel. So war das damals, als die Druckerei nur ein paar Straßen entfernt war, und als man als Kunde noch Bier zu trinken und witzige Sprüche zu hören bekam. Ein PDF-Artikel aus dem Jahr 1990. Man beachte den allerletzten Satz!